Zuletzt berichteten wir über die schlechtesten Passwörter und wie gerne diese immer noch verwendet werden. Mit freundlicher Unterstützung von The Safe Shop zeigen wir Ihnen heute wie man es richtig macht.

UNSICHERE PASSWÖRTER IN DEUTSCHLAND

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2013 erreichte die sogennante Cyberkriminalität, das heißt Delikte, die im Internet begangen wurden (z. B. Ausspähen von Daten wie Bankverbindung, Computersabotage) einen Rekordwert. Das Erschreckende: Nur 25% der Straftaten im Bereich Internetkriminalität werden aufgeklärt.
Der Grund für den zu leichtfertigen Umgang mit den eigenen Passwörtern und dafür, dass bei Smartphones zum Teil ganz darauf verzichtet wird, liegt meist in der Unwissenheit der User. Manche denken sich sicherlich, dass niemand ihre Daten für so wichtig hält, dass er Stunden oder Tage damit verbringt, viele Kombinationen durchzugehen. Oder aber sie glauben, dass Leute im Internet nicht wissen können, dass ihre Katze „Susi“ heißt.

HACKER ARBEITEN NICHT NACH ZUFALLSPRINZIP

Dabei ist Usern häufig nicht klar, dass Opfer häufig nicht gezielt sondern durch Zufall ausgewählt werden. Man sollte aber wissen, dass Hacker in den meisten Fällen nicht einfach versuchen ein Konto gezielt zu knacken. Hack-Experte und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internetsicherheit der Westfälischen Hochschule Frank Timmermann gibt hierzu zu bedenken: „In der Regel wird nicht gezielt ein System angegriffen, sondern es wird versucht viele Systeme gleichzeitig anzugreifen.“ Außerdem wissen viele PC-Nutzer nicht, dass kaum ein Hacker von Hand Kombinationen durchprobiert, sondern dass leistungsstarke Computersysteme die Arbeit meist in Sekunden erledigen. Laut Timmermann können moderne Grafikprozessor-Systeme 63 Milliarden Kombinationen pro Sekunde durchprobieren.

SO KANN DAS PERFEKTE PASSWORT AUSSEHEN

Frank Timmermann von der Westfälischen Hochschule rät deshalb zu Passwörtern, die möglichst lang (mindestens 10 Zeichen) und komplex (Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonder- und Satzzeichen) sind. Wir wissen nun, dass ein einigermaßen sicheres Passwort sowohl komplex als auch lang ist und keinem (für Maschinen) feststellbaren System folgt. Doch wie lässt sich ein solches Passwort überhaupt merken? Ein Passwort wie „Y7/6%$skKlmÄ@8/]§“ lässt sich sehr schwer merken und ist damit nicht besonders hilfreich. Wie wäre es also stattdessen mit einem Satz? „Ich liebe meine Katze über alles“.
Man kann jedoch einfach bestimmte Buchstaben aus jedem Wort auswählen und daraus das Passwort entstehen lassen. Nehmen wir zum Beispiel immer den ersten und letzten Buchstaben der Wörter. „Ich liebe meine Katze über alles“ wird so zu „IhlemeKeüras“. Jetzt können wir das Ganze noch etwas verbessern, indem wir einige Sonderzeichen einfügen, die ein bisschen wie die jeweiligen Buchstaben aussehen. „I“ kann durch ein „!“ und „L“ durch eine „1“ ersetzt werden „€“ statt „E“ oder „$“ anstatt „S“. Wie wäre es somit mit „!h1€MeKeÜrA$.“. Hier haben wir jedes Wort entweder mit einem Sonderzeichen oder Großbuchstaben begonnen, damit neben Groß- auch noch Kleinschreibung vorhanden ist. Zusätzlich wird der Satz nun mit einem Punkt beendet. Eventuell sollte man das „Ü“ noch durch „Ue“ ersetzen, um im Ausland keine Probleme zu bekommen. Denken Sie also bei der Passwortwahl daran, dass manche Buchstaben und Sonderzeichen auf ausländischen Tastaturen nicht vorhanden sind.
Unser Passwort ist nun also „!h1€MeKeUErA$.“, hat 14 Zeichen und bedient sich beim Gesamtsortiment der verfügbaren Zeichen (Klein- und Großbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen). Es wird zwar nie einen hundertprozentigen Schutz geben, doch sinkt das Risiko einer erfolgreichen Attacke erheblich, wenn die Anzahl der möglichen Kombination sehr groß ist. Bei unserem Passwort wären 96^14 (über 5 Quadrilliarden) Kombinationen möglich und das Hacken würde laut Passwortchecker der Uni Emden selbst mit einem sehr leistungsfähigen Hacker-System über 5 Millionen Jahre dauern (bei 150 Milliarden getesteten Passwörtern pro Sekunde und der angenommenen Wahrscheinlichkeit, dass das Passwort nach der Hälfte der Zeit geknackt wird). Anfangs ist es vielleicht noch ein bisschen schwierig, sich das neue, sichere Passwort zu merken, doch mit dem Satz als Eselsbrücke sollte es leicht sein, sich das Passwort wieder in Erinnerung zu rufen. Nach mehreren Eingaben muss man oft gar nicht mehr an den Satz denken, da man sich durch die Wiederholung das Eintippmuster merkt. Natürlich sollten weder das Passwort noch der Satz an andere weitergegeben werden.
Kurz nochmal das Wichtigste in der folgenden Infografik zusammengefasst:
Infografik_sicheres_Passwort
 

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