Im laufenden Jahr haben sich falsche Online-Shops, sogenannte Fake-Shops, immer stärker verbreitet. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit, wenn alle auf Schnäppchenjagd gehen um den Liebsten die Wünsche zu erfüllen, fallen besonders viele auf die betrügerischen Internet-Läden herein. Wie kann man diese erkennen und sich dafür schützen?

EIN KLEINER SELBSTTEST

Nachdem mich gerade das Retro-Basketballfieber erwischt hat, bilde ich mir ein, ich müsste unbedingt die Basketballstiefel von Shawn Kemp, meinem Idol der 90er, haben. Das Modell heißt „Kamikaze II MID“ und kommt aus dem Hause Reebok. Es sollte genau die seltene grün-schwarz-weiße Ausführung sein, wie er sie selber trug. Natürlich möchte ich für diesen Schuh möglichst wenig bezahlen. Also googeln wir mal: HA! Super…bei mylife-studio.de für 89 EUR statt dem sonst üblichen UVP von 159 EUR. Auf der Seite finde ich auch viele kleine Symbole zu Visa, Masters, FedEx, UPS und Paypal. Oder hier: feuerwache-hasbergen.de …Na wenn einer noch diesen seltenen Schuh auf Lager hat, dann doch wohl die Feuerwache in Hasbergen, oder? Auch nur 89 EUR. Auch hier sehe ich die bunten Logos sämtlicher Zahlmethoden und Versandunternehmen.

ACHTUNG! BITTE NICHT REINFALLEN!

Was ich in all diese Schnäppchenshops nicht finde, ist ein Impressum. Dafür finde ich teilweise schlechtes Deutsch, dass nach Google-Übersetzer klingt. Datenschutzhinweise? Fehlanzeige…oder wenn, dann nur rudimentäres Bla Bla um Unwissende in Sicherheit zu wägen. Aber die Feuerwache hat einen Link „Impressum & Kontakt“…Klick! Ein unverschlüsseltes Kontaktformular…von einem Impressum keine Spur! AGB? Fehlanzeige. Stattdessen Infos zu „Preise und Versand“ die einem Internetfundstück der Woche bei Quatsch Comedy Club würdig wären: „Wir verlangen, dass Sie don“t verwenden lediglich die ‚Beats Regalkasten‘, wenn Sie Waren zurück versenden“ oder auch „Und wenn Sie die Einzelteile zu halten und neu zu ordnen neue Objekte oder eine neue Größe.“ Alles klar, mach ich!

WORAN ERKENNE ICH EINEN SERIÖSEN SHOP?

  • Bei seltsamen Web-Adresse sollte Ihr Alarm losgehen! Seriöse Schuhshops haben keine Domain wie weinhaus-fendel.de oder feuerwache-hasbergen.de
  • Achten Sie darauf, dass Sie ein vollständiges Impressum finden und dieses von jeder Seite auch sofort aufrufen können.
  • Gibt es vollständige Produktbeschreibungen?
  • Sind die Preisangaben vollständig und ohne Gegenüberstellung zu veralteten UVP Preisen?
  • Werden Versandkosten und Zusatzkosten vollständig genannt? (für alle Länder die beliefert werden? Für alle Produktgruppen und -gewichte?)
  • Werden die Versandkosten vor Einleitung des Bestellvorgangs gut sichtbar verlinkt?
  • Werden alle erlaubten Zahlungsmethoden genannt und beschrieben? (Nicht nur kleine Bildchen die nicht verlinkt sind)
  • Gibt es eine korrekte Widerrufsbelehrung? Wird das Widerrufsrecht auf der Bestellseite gut sichtbar verlinkt?
  • Gibt es AGB? Werden diese im Bestellvorgang rechtswirksam einbezogen (Opt-In Box?)

Darüber hinaus ist es auch immer ein gutes Zeichen, wenn der Shop zertifiziert ist. Hier ist wohl e-Trusted Shop der gängigste Anbieter. Aber achten Sie darauf, dass dieser über das Logo auch verlinkt ist. Viele der Fake Shops kleistern sich die Footer mit vertrauenserweckenden Logos zu. Das kann allerdings jeder. Verlinkt sind diese allerdings nicht, da die Anbieter den Backlink sonst finden und auch entfernen lassen könnten.

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VeriSign Secured und Hacker Safe – Kaufen Sie Ihre Schuhe bei weinhaus-fendel.de – BITTE NICHT!!!!

DANN KAUF ICH LIEBER BEI AMAZON

OK, aber auch hier bitte aufpassen! Zuletzt wurden Amazon Marketplace Seiten gehackt und für Betrug gekapert oder einfach direkt ein Fake-Shop in den Marketplace eingebunden. Über Verlinkungen wie „Diesen Preis gibt es nur hier“ oder „Kontaktieren Sie mich“ locken die Täter die Schnäppchenjäger dann aber auf andere Webseiten zur Kontaktaufnahme. Skeptisch sollten Sie auch werden, wenn Sie dort dann nochmals Ihren Amazon Kundennamen und Passwort eingeben sollen. Kurzum: Wenn Ihnen etwas „spanisch“ vorkommt, wenden Sie sich lieber einmal mehr an den Amazon Support, dort hilft man Ihnen weiter. Mehr dazu lesen Sie auf netzwelt.de.

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