Es war mal wieder so weit. Am Freitag Abend wurden erneut die Big Brother Awards für den Datenschutz verliehen. Wie jedes Jahr wurde sarkastisch auf die schlimmsten Datenschutzverstöße hingewiesen. Der Datenschutzverein Digital Courage e.V. hatte hierzu auch die prominente Gastrednerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger geladen.

KATEGORIE LEBENSWERK – VERFASSUNGSSCHUTZ

„Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), erhält den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Lebenswerk, für unkontrolliertes Bespitzeln, Unterwandern, Täuschen und Vertuschen.“ Die komplette Erklärung findet sich HIER.

VERBRAUCHERSCHUTZ – GENERALI VERSICHERUNG

„Die Generali Versicherung, vertreten durch ihren Vorstandsvorsitzenden Giovanni Liverani, erhält den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Verbraucherschutz, weil Generali ihren Versicherten Boni verspricht, wenn sie sich im Gegenzug dafür überwachen lassen.“ Die komplette Erklärung befindet sich HIER.

WIRTSCHAFT – CHANGE.ORG

„Die Kampagnenplattform Change.org, erhält den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Wirtschaft, weil sie die personenbezogenen Daten der Menschen, die Petitionen unterzeichnet haben, in vielfältiger und nicht transparenter Art und Weise für eigene Geschäftszwecke verwendet.“ Die komplette Erklärung finden Sie HIER.

TECHNIK – DIE BERLINER VERKEHRSBETRIEBE

„Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erhalten den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Technik für die VBB Fahrcard, eine kontaktlose Chipkarte, auch „(((eTicket“ genannt. Sie hat jahrelang die Kunden belogen. Sie hat beteuert, es sei technisch unmöglich, Bewegungsprofile auf den Karten zu speichern.“ Die vollständige Erklärung findet man HIER.

NEUSPRECH – „DATENREICHTUM“

„Als Gegenentwurf zur Datensparsamkeit wurde „Datenreichtum“ von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ins Spiel gebracht. Daten gelten inzwischen ja auch als Rohstoff für die „Digitalwirtschaft“. Dass es sich dabei um eine wirtschaftliche Tätigkeit auf Kosten der Privatsphäre handelt, wird gern ausgeblendet. Vor solchen zweifelhaften Geschäftsmodellen ist vielleicht besser gewarnt, wenn von Datenverfettung gesprochen würde.“ Die ganze Erklärung findet sich HIER.

TADELNDE UND LOBENDE ERWÄHNUNGEN

Da nicht jeder ein „Gewinner“sein kann, gab es noch einige tadelnde Erwähnungen. Hierunter fielen das Prostituiertenschutzgesetz, die Google Impact Challenge und die Cashless Festivals.
Lobend erwähnt wurde hingegen der Einsatz von Jan Philipp Albrecht und seinem Team, die sich für starken Datenschutz in Europa einsetzen.

 

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