Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung herausfand, haben diverse Wohnungsbaugesellschaften im ganzen Land Interessenten- und Suchformulare mit personenbezogenen Daten unverschlüsselt übertragen. Darunter so hoch sensible Informationen wie Arbeitsverhältnis, Einkommen oder bezogene Sozialleistungen.

MINDESTENS 9 SCHWARZE SCHAFE

Der Datenschutz-Faux-Pas unterlief dabei mindestens neun großen Anbietern die in fünf Bundesländern insgesamt 230.000 Wohnungen anbieten. Betroffen sind dabei Interessenten in Frankfurt, Köln, Duisburg, Stuttgart, Lübeck usw. Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes ist empört, „dass Datenschutz bei der Wohnungssuche kleingeschrieben wird“ und bezeichnete das Geschäftsgebaren als „ausgesprochen leichtsinnig“.

HESSENS AUFSICHTSBEHÖRDE IM ALARMZUSTAND

Michael Ronellenfitsch, der hessische Datenschutzbeauftragte, stellte der FAZ gegenüber klar: „Insbesondere Daten, die einem erhöhten Schutzbedarf unterliegen, dürfen auf keinen Fall unverschlüsselt via Internet übertragen werden.“ Das Gesetz schreibt eine Verschlüsselung nach dem Stand der Technik vor. Aber leider sind unverschlüsselte Kontaktformulare auf Internetseiten immer noch Gang und Gebe – obwohl dort personenbezogene Daten einzugeben sind. Nicht anders war es bei den Wohnungsbaugesellschaften.

MASSENÜBERPRÜFUNG STEHT AN

Wie die FAZ weiter berichtet, soll nun einigen Fällen konkret nachgegangen werden – auch in den anderen Bundesländern. So plane beispielsweise das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht eine groß angelegte Massenüberprüfung von kommerziellen Internetseiten auf denen personenbezogene Daten erhoben werden. Schon die Eingabe der E-Mail Adresse oder das Erheben einer IP-Adresse fallen darunter. Darum aber vor allem noch Mal die Erinnerung: Sollten Sie ein Kontaktformular anbieten, dann NUR verschlüsselt – und die Datenschutzerklärung nicht vergessen.