Seit einiger Zeit wird bei Unternehmen als auch Privatpersonen immer wieder gerne auf den schweizer Terminfindungsdienst Doodle zurückgegriffen. Das Tool ermöglicht es einer Gruppe von eingeladenen Nutzern über mögliche Termine abzustimmen. Wie sieht es aber mit dem Datenschutz aus?

AUCH OHNE REGISTRIERUNG

Da sich Doodle auch ohne Registrierung nutzen lässt, muss man schon mal keinerlei Pflichtangaben zu seiner Person hinterlegegen. Angegeben werden muss hingegen neben einem Titel der Umfrage und Angabe einer Örtlichkeit lediglich der Name des Umfrageerstellers und eine E-Mail-Adresse. Dies unterscheidet Doodle durchaus schon mal positiv von anderen Diensten dieser Art. 

ÜBERTRAGUNG OHNE VERSCHLÜSSELUNG

Allerdings bietet Doodle auch keinen wirklich sicheren Zugriffsschutz. Man verzichtet hier auf das verschlüsselte https zugunsten von http. Somit werden möglicherweise angegebene personenbezogene Daten transparent übermittelt. Die Anlage zu § 9 Satz 1 BDSG schreibt jedoch vor, dass zu gewährleisten ist, dass personenbezogene Daten bei der elektronischen Übertragung oder während ihres Transports oder ihrer Speicherung auf Datenträger nicht unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können.

UND DANN IST DA NOCH GOOGLE ANALYTICS

Die Doodle-Seite verwendet zum einen Google Analytics, das das Surfverhalten von Nutzern analysiert. Somit kann Google Nutzerprofile anlegen und die Nutzerdaten von Doodle mit anderen Seiten, die Google Analytics einsetzen, in Verbindung bringen, bzw. mit Daten weitere Google-Dienste zusammenführen. Dies betrifft die klassische Google Suche, aber auch Dienste wie YouTube, Gmail oder GoogleEarth. Folglich ist eine Profilbildung nicht ausgeschlossen. Doodle setzt dies jedoch durch die Verwendung von „anonymizeIP“ datenschutzkonform ein.

DATENSCHUTZKONFORMER EINSATZ

Wenn Sie Doodle einsetzen wollen, wogegen grundsätzlich nichts spricht, so sollten Sie dennoch darauf achten, dass Sie hier keine personenbezogenen Daten preisgeben – auch nicht im Titel der Terminumfrage. Sensibilisieren Sie die eingeladenen Teilnehmer dahingehend, dass die Nutzung ohne Registrierung möglich ist. Auch können Nicknames oder Pseudonyme statt der echten Namen verwendet werden. Wenn Sie dies beherzigen, steht einer aus Datenschutzsicht unbedenklichen Verwendung von doodle nichts im Weg.

Ähnliche Beiträge

Richtige E-Mail...

Im vergangenen Monat überprüfte das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht...

Datenschutzerklärung für...

Der Anteil von Nutzern, die heutzutage lieber mit dem Smartphone oder Tablet im Internet...

Datenschutz und WhatsApp? Wo...

Der Smartphone-Messenger Anbieter WhatsApp steht immer wieder in der Kritik, es mit dem...