Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat einen ersten Gesetzesentwurf veröffentlicht um konventionelle Drehstromzähler durch „intelligente Messsysteme“, sogenannte Smart Meter, zu ersetzen. Die neuen Zählern sollen es möglich machen, Stromverbrauch nach den Erfordernissen des Netzes zu verlagern.

WARUM INTELLIGENTES MESSEN?

Der Hintergrund ist der, dass stark Strom verbrauchende Geräte im optimalsten Falle nicht unbedingt dann laufen sollten, wenn Strom gerade knapp ist. Je größer also der Verbrauch eines Gerätes ist, umso sinnvoller und zweckmäßiger ist es, den Verbrauch zu verlagern. Dies betrifft vor allem Anlagen zur Wärmeerzeugung, wie z. B. Stromheizungen oder auch elektrische Durchlauferhitzer.

WEN WIRD DAS DENN BETREFFEN?

Verbraucher, die mehr als 6000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Hier ist der örtliche Netzbetreiber verpflichtet, die neue Technik einzubauen. Bei weniger als 6000 Kilowattstunden liegt es im Ermessen des Netzbetreibers, ob der Einbau durchgeführt wird oder nicht.

SMART METER UND DATENSCHUTZ

Datenschützer kritisiseren die Smart Meter. Schon vor einiger Zeit hatte ein Forscherteam der FH Münster anhand von Messwerten aus Smart Metern exakt nachvollziehen können, wann die Bewohner Kühlschrank, Herd, Wasserkocher, Durchlauferhitzer, Toaster, Lampen, Waschmaschine oder Fernseher benutzt haben. Da die Forscher wussten, dass ein handelsüblicher Flachbildfernseher, der helle Szenen mit einer Hintergrundbeleuchtung verstärkt, verwendet wurde konnten sie sogar feststellen, welchen Film diese angeschaut hatten. Der Stromzähler registrierte im Test bei diesen mit Hintergrundbeleuchtung verstärkten Szenen einen Mehrverbrauch gegenüber den dunklen Szenen, wodurch anhand des Hell-Dunkel-Profils des Testfilms nachzuweisen war, wann er angeschaut wurde. Die Folge: Der gläserne Stromkonsument.

WIE KANN ICH DEN EINBAU VERHINDERN?

Eigentlich kann man nur sehen, dass man erheblich unter der 6000 Kilowattstunden Grenze bleibt. Aktuell ist es nämlich noch völlig offen bis zu welchem Verbrauchswert die Netzbetreiber den Einbau tatsächlich als sinnvoll erachten und durchführen werden. Wer allerdings mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, hat keine Wahl, außer er schafft es, doch noch erheblich unter diese Marke zu kommen. Wobei natürlich 6000 Kilowattstunden für einen Haushalt ein recht stattlicher Verbrauch sind. Man geht hier eher von einem Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden für einen Vierpersonenhaushalt aus.

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