Am 16. Februar stellte Spielzeugriese Mattel auf der New York Toy Fair die Barbie der Zukunft vor. „Hello Barbie“ wird sie heißen und ihre neuen Fähigkeiten versetzen Datenschützer weltweit in Aufruhr. Die über Wi-Fi verbundene Puppe soll nämlich Gespräche mit Kindern aufzeichnen und in der Cloud speichern.

DER NÄCHSTE GRUND ZUR SORGE

Den Eltern von heute ist mittlerweile langsam aber sicher bewusst geworden, welche Gefahren das Internet und soziale Medien wie Facebook, YouNow und Co. für ihre Kinder bergen. Zum einen hat man immer Bedenken, welche Daten für Werbezwecke ausgenützt werden könnten, zum anderen ist da natürlich auch die Angst, dass die Kinder auf solchen Seiten zu opfern von Mobbingattacken oder Pädophilen werden. Zukünftig gibt es einen weiteren Grund sich Sorgen zu machen. Ab dem Herbst 2015 wird Mattels „hello Barbie“ sich interaktiv mit Kindern weltweit unterhalten können. Über einen Knopf aktiviert, speichert sie alles was im Raum zu hören ist in der Cloud.

WAS GENAU KANN DIE „HELLO BARBIE“?

„Hello Barbie“ besitzt ein eingebautes Mikrophon, einen Lautsprecher und eine Wi-Fi-Schnittstelle. Die Idee dahinter: Die Puppe soll sich an das Lieblingsessen, das Lieblingslied oder den Berufswunsch der Kinder erinnern können. Alle Sätze, die Barbie spricht, sind dabei im Vorfeld aufgenommen worden. Ein Algorithmus entscheidet jeweils welche Antwort Barbie geben soll. Die Speicherung der Gespräche soll dabei ermöglichen, dass die Spracherkennung immer ausgereifter wird. Die Kontrolle über die Daten liegt laut Mattel bei den Eltern. Vor der Nutzung muss von den Eltern also erst ein passwortgeschützter Account angelegt werden.

AUCH KINDER HABEN RECHT AUF PRIVATSPHÄRE

Größter Kritikpunkt an „Hello Barbie“: Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Kinder!  Denn alles was die Kinder ihrer Puppe insgeheim anvertrauen kann später von den Eltern nicht nur gelöscht, sondern auch vorher angehört werden. Oren Jacob, Geschäftsführer bei ToyTalk, die für die Sprache der „Hello Barbie“ verantwortlich zeichnen, äußerte gegenüber der Deutschen Welle: „Die meisten Eltern tun das auch – und haben dabei einen Heidenspaß, weil es sehr lustig ist, was die Kinder so alles von sich geben.“

WIE SICHER SIND DIE DATEN?

Zum Thema Sicherheit dieser Daten zeigt sich Jacob selbstbewusst: „Alles in allem ist das ein ziemlich sicheres System. Datenschutz und Sicherheit ist unser oberstes Gebot.“ Auf die Frage ob denn eine Sorge über Hacker bzw. insbesondere pädophile Hacker begründet sei, klingt Jacob aber nicht mehr ganz so zuversichtlich: „Alles ist theoretisch möglich. Aber keiner von Barbies Inhalten ist auf dem Gerät gespeichert. Sie liegen in unserer Cloud, und die ist ein relativ sicherer Ort.“ Zwar gibt es die Puppe vorerst in Europa nicht zu kaufen, jedoch ist eine Umsetzung in 40 Sprachen angedacht. Darunter auch Deutsch.