Wie eine aktuelle Studie von forsa und Hiscox zeigt, ist die Cybergefahr für die deutsche Wirtschaft enorm – und das obwohl man sich der Bedrohung durchaus bewusst ist.

CYBER-RISIKEN SIND REAL

Cyber-Risiken sind eine reale Gefahr für die künftige wirtschaftliche Entwicklung des digitalen Mittelstands in Deutschland: 66 Prozent der Digitalunternehmen gaben an, im Falle eines Cybervorfalls den laufenden Betrieb unterbrechen zu müssen. Eine solche Betriebsunterbrechung würde auch wieder für zwei Drittel der Unternehmen erhebliche Umsatzeinbußen bedeuten. 73 Prozent der befragten Unternehmen würden im Falle einer Cyberattacke bzw. eines Datenverlusts an Reputation verlieren. Knapp über die Hälfte rechnet in einem solchen Falle sogar damit, Kunden zu verlieren.

JEDES VIERTE UNTERNEHMEN ALS OPFER

Wie die Studie zeigt, hatte jedes vierte deutsche Digitalunternehmen (25%) in der Vergangenheit schon mal so einen Cyberschaden hinnehmen müssen. In 72 Prozent der Fälle handelte es sich dabei um einen Hackerangriff, in 36 Prozent der Fälle war es technisches Versagen und in 14 Prozent der Fälle betraf es Verlust mobiler Endgeräte oder Diebstahl von Hardware.

Robert Dietrich, Hauptbevollmächtigter von Hiscox Deutschland, dazu: „Die Digital Economy entwickelt sich in atemberaubendem Tempo und legt dabei die Grundlagen für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Das Problem einer existenziellen Bedrohung der deutschen Digitalindustrie durch Cyber-Gefahren verlangt dringend nach einer Lösung: Wer kann der deutschen Digitalwirtschaft wie helfen? Um diese Frage zu beantworten, haben wir gemeinsam mit forsa untersucht, wie digitale Marktteilnehmer sich bereits schützen, wo ihre IT-Sicherheit Lücken aufweist und von wem sich die Wirtschaft Hilfe erhofft.“

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Studie von forsa und Hiscox zeigt: Digital Economy in Cyber-Gefahr., Copyright: obs/Hiscox

WO SIEHT MAN DIE GEFAHREN?

Das Ergebnis der Studie zeigt auf: die technischen Sicherheitsmaßnahmen wie Firewall, Virenscanner und Verschlüsselung werden größtenteils gut umgesetzt, während die nicht-technischen Maßnahmen kaum Beachtung finden. So haben ganze 38 Prozent keinen Notfallplan für die Krisensituation eines Hackerangriffs.

Großes Risikopotential sieht man wohl auch bei den eigenen Mitarbeitern. Diese rangieren  bei den Top-Risiken auf Platz 2 und 3: sei es, dass sie sensible Daten absichtlich stehlen, oder diese unabsichtlich weitergeben. Aber, laut Robert Dietrich, tut dies dem Vertrauen in die Belegschaft keinen Abbruch: „Trotz aller Risiken, die von Mitarbeitern ausgehen – Im Bereich der Cybersicherheit ist das Vertrauensverhältnis zur eigenen Belegschaft ungebrochen. Stolze 88% der digitalen Unternehmen bewerten den Beitrag ihrer eigenen Mitarbeiter zur IT-Sicherheit als gut oder sehr gut.“

Anders sieht es mit der Politik aus. 58 Prozent sind der Meinung: Mangelnde politische Vorkehrungen bedrohen den digitalen Wirtschaftsstandort Deutschland. Mehr als drei Viertel bewerten den Beitrag der Politik zur Steigerung der Datensicherheit in Deutschland insgesamt sogar als weniger gut oder sogar schlecht. 87 Prozent fordern: Die Volksvertreter sollen sich mehr Knowhow und Verständnis im Bereich IT-Sicherheit aneignen.

WIE KANN DIE LÖSUNG AUSSEHEN?

Man fasst sich selbst an die Nase. 96 Prozent der Befragten sehen sich als Unternehmen eher stark oder sehr stark in der Pflicht, die IT-Sicherheit zu stärken. Allerdings fordert man auch die Hard- und Softwarehersteller (92 %) und die Dienstleister und Berater (85 %) auf, mehr zu tun. Auch fordert man von den Medien, über Cyber-Risiken aufzuklären und erhofft sich Aufklärung durch Branchenverbände. Ein Viertel will die Versicherungen stärker involviert sehen. Hier wünscht man sich eine Versicherung gegen digitale Risiken.

Robert Dietrichs Fazit: „Die digitale Wirtschaft sagt ganz klar: Nur im Zusammenspiel aller Akteure kann die IT-Sicherheit effektiv verbessert werden. Unternehmen, Branchenverbände, Politik, Versicherungen und IT-Dienstleister müssen an einen Tisch und gemeinsam für eine Verbesserung der IT-Sicherheit eintreten. Nur so kann die digitale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erhalten und gestärkt werden.“

 

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