Laut heise.de bekommt Microsofts Office-Suite bald eine neue Funktion, mit der Mitarbeiter im Unternehmen überwacht werden können. Ein neues Analysewerkzeug kann erfassen, wie viel Zeit der Mitarbeiter für das E-Mail-Schreiben benötigt oder in Besprechungen verbracht hat, und weist dessen Vorgesetzten auf Optimierungspotenzial hin.

WORKPLACE ANALYTICS

Workplace Analytics, kann Metadaten der E-Mail- und Kalenderkomponente anonymisiert erfassen und auswerten. Die Erweiterung der cloud-basierenden Bürosoftware Office 365 soll das Verhalten und die Arbeitsweise der Mitarbeiter analysieren und Vorgesetzten die Möglichkeit der Effizienzsteigerung bieten. So soll beispielsweise eine Verhaltensanalyse der erfolgreichsten Verkäufer in der Vertriebsabteilung angeben, wie viel Zeit diese mit Kundenkontakt verbringen und über wie viele Kontakte sie verfügen, damit Teamkollegen dann dieses Verhalten möglichst übernehmen.

SCHUTZ DER PRIVATSPHÄRE BERÜCKSICHTIGT?

Microsoft Workplace Analytics soll in Bälde in der Office-365-Suite optional verfügbar sein. Die jetzt schon verfügbare Komponente MyAnalytics bietet ähnliche Analysen für einzelne Mitarbeiter, die – ganz wichtiger Unterschied! – für andere Personen nicht einsehbar sind.
Workplace Analytics hingegen wendet sich direkt an das Führungspersonal. Diesem sollen eine Reihe von Dashboards und Analysenkonsolen zur Verfügung stehen. Microsoft beteuert zwar, dass der Schutz der Privatsphäre und das Einhalten von Compliance-Richtlinien berücksichtigt worden seien, aber ob dem wirklich so ist, werden wohl sehr zeitnah die Aufsichtsbehörden klären. Auch wird hier in vielen Fällen der Betriebsrat noch das ein- oder andere Wörtchen mitsprechen. Microsoft verspricht indessen auch auf der deutschsprachigen Seite: „Workplace Analytics ist für die Datenschutzanforderungen Ihrer Organisation ausgelegt.“

WIRD ES DAS WIRKLICH IN DEUTSCHLAND GEBEN?

Datenschützer und potentielle Betroffene sehen das Tool schon jetzt als hierzulande kaum hinnehmbar an. Auf winfuture.de wird zurecht darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse doch sehr unterschiedlich interpretierbar sind: „Zieht man aus den Zahlen die falschen Rückschlüsse und setzt Mitarbeiter etwa unangemessen unter Druck, könnte sich das etwa auch negativ auf das Betriebsklima und die Motivation der Gesamtbelegschaft auswirken.“
Auf eine Anfrage von silicon.de, ob das Angebot auch und wenn ja in welcher Form für deutsche Office-365-Nutzer zur Verfügung stehen wird und ob bestimmte Änderungen notwendig und möglich sind, um deutschem Arbeitsrecht zu genügen, hat Microsoft bislang nicht geantwortet.

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