Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat in einer Umfrage gezeigt, dass zwar in etwa ein Drittel der Bundesbürger die Diskussionen über das Thema Datenschutz für gerechtfertigt hält, jedoch auch jeder Vierte sie für übertriebene Panikmache hält.

WIE HÄUFIG WERDEN PASSWÖRTER GEÄNDERT?

Laut Befragung werden noch am häufigsten bei Bank- und Kontodaten die Passwörter geändert. Dennoch: Jeder fünfte Deutsche macht dies seltener als einmal im Jahr bzw. gar nicht. Auf dem zweiten Platz finden sich die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Google+, gefolgt von Online-Shops wie Amazon oder Ebay (13 Prozent) und Online-Bezahldiensten wie PayPal (13 Prozent). Am seltensten werden Passwörter bei Streaming-Diensten wie Spotify oder Netflix geändert (4 Prozent).

DER VERBRAUCHER IST ÜBERFORDERT

Die Befragung hat gezeigt, dass das Thema Datenschutz die Verbraucher größtenteils einfach überfordert. Das Unwissen und die Überforderung werden überspielt: Datenschutzdiskussionen seien übertrieben, das Sammeln von Daten müsse man positiv sehen, da es zum Fortschritt beitrage und das Leben bequemer machte. Weitere Vorteile erkenne man in der erleichterten Verbrechensbekämpfung, der benutzerdefinierten Werbung und der lückenlosen Krankenhistorie (elektronischen Gesundheitskarte). Dr. Anna Schneider, Studienleiterin und Verantwortliche für qualitative Forschung bei YouGov: „Aus Sicht der Befragten bietet das Thema Big Data also auch Vorteile“.

DIE VIRTUELLE GEFAHR WIRD VERDRÄNGT

Laut Umfrage haben sich die wenigsten der befragten Verbraucher aufgrund fragwürdiger Datenschutzrichtlinien bewusst gegen eine Registrierung auf einer Website bzw. die Installation einer App entschieden. Dr. Schneider erklärt: „Kleingedrucktes wird schlichtweg nicht gelesen. Aus Sicht vieler Verbraucher ist es unvermeidbar, dass Daten in die Hände von Kriminellen, der Regierung oder Firmen geraten. Auch sind viele Befragte der Ansicht, dass man nichts zu verbergen habe und daher in der ‚grauen Masse‘ geschützt sei“. Der Verbraucher wird erst dann skeptisch wenn es um Bankdaten oder Telefonnummern geht. „Das zeigt deutlich, dass Verbraucher die Gefahren im virtuellen Raum aktiv und sehr erfolgreich verdrängen“, so Schneider.

 

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