Die Stiftung Warentest hat auf ihrer Internetseite test.de den Umgang mit Patientendaten in Arztpraxen unter die Lupe genommen. Das erschreckende Ergebnis des Tests: In jeder zweiten Praxis gibt es erhebliche Mängel in Sachen Datenschutz.

30 ARZTPRAXEN GETESTET

Stiftung Warentest überprüfte 30 Arztpraxen, wobei festgestellt wurde, dass zwar die Geheimhaltung in der Regel kein Problem darstellte, jedoch der Datenschutz teilweise erhebliche Mängel aufwies, die dann wiederum die Geheimhaltung zum Teil völlig aushebeln: „Im November 2015 nahmen wir bundes­weit zu 30 Haus­ärzten Kontakt auf: Zehn besuchten wir persönlich, zehn riefen wir an, und den restlichen zehn schrieben wir E-Mails (…). Im ersten Fall achteten die Testpatienten vor Ort darauf, wie die Praxis­mit­arbeiter mit sensiblen Daten umgehen. Bei den Mails und Telefonaten erfragten wir medizi­nische Daten von je zehn anderen Testpatienten – vermeintlich in deren Auftrag.“

50 PROZENT DATENVERLUST

Bei der Hälfte der überprüften Praxen wurden dabei teils erhebliche Datenschutzmängel aufgedeckt. Bei 80 Prozent der getätigte Anrufe wurden vom Praxispersonal vertrauliche Informationen, wie Laborergebnisse oder Medikationen herausgegeben. Dabei wurde keinerlei Berechtigung der Anrufer erfragt oder überprüft. Bei den E-Mail sah es kaum besser aus: „Bei vier unserer Anfragen schickten Praxis­mit­arbeiter Infos unver­schlüsselt an Adressen, die nun wirk­lich von jedermann stammen könnten, wie sommer­wind_x@gmx.de.“ Aber wie viele bestimmt aus der eigenen Erfahrung wissen, wird auch am Empfang nicht immer auf Datenschutz geachtet. Grund hierfür sind meist einsehbare PCs und fehlende oder schlechte Diskretionszonen.

WAS WIRD ÄRZTEN GERATEN?

Stiftung Warentest rät den Ärzten, sich bei Ärztekammern oder Kassenärztlichen Vereinigungen über Datenschutz zu informieren. Wir empfehlen auch Arztpraxen sich von einem Datenschutzberater oder Datenschutzbeauftragten an die Hand nehmen zu lassen. Es gibt viele Datenschutzlecks die schnell und problemlos abgestellt werden können sobald sie einmal erkannt werden. Hier hilft oft der Blick von außen.

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