Am Sonntag sind Bundestagswahlen. Wer sich nicht durch die Wahlprogramme kämpfen möchte und deshalb noch unentschlossen ist, greift gerne zu Entscheidungshilfen wie dem Wahl-O-Mat. Dieser hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen, indem er politische Einstel­lungen zu einzelnen Fragen mit den Positionen der Parteien abgleicht. Aber wie steht es dabei um den Datenschutz? Stiftung Warentest hat sich deshalb genauer angesehen, wie die Android- und iOS-App des Wahl-O-Mat mit Nutzer­daten umgehen.

SENSIBLE DATEN

Im Wahl-O-Mat werden den Nutzern 38 Fragen zu ihrer politischen Meinung gestellt und anschließend analysiert, wie stark sich die Antworten mit den Positionen der zur Wahl stehenden Parteien über­schneiden. Politischen Einstel­lungen zählen zu den besonders schützenswerten Daten und bedürfen daher besonderem Schutz.

BEWERTUNG: UNKRITISCH!

Stiftung Warentest hat den Umgang mit sensiblen Daten in einer dreistufigen Skala bewertet: „unkritisch“, „kritisch“ und „sehr kritisch“. Sowohl die Version für Android- als auch iOS wurden dabei als unkritisch eingestuft. Besonders lobenswert: Es wird weder nach dem Klar­namen noch nach der E-Mail-Adresse des Nutzers, gefragt. Insgesamt werden nur wenige Daten erfasst – der Nutzer kann quasi nicht identifiziert werden. Auch scheint die App, sofern sie Daten überträgt, dies fast ausschließlich vor der Dateneingabe zu tun.

PROBLEMATIK GOOGLE-ABGLEICH?

Vermeintliches Manko: die App überpüft ob der Nutzer ein Google-Konto besitzt. Allerdings beschränkt sich diese Anfrage ausschließlich darauf, ob ein solches Konto existiert. Es werden weder Namen noch Kontaktdaten des Nutzers abgeglichen oder erfagt. Die Bundes­zentrale für politische Bildung hat diesbezüglich bekannt gegeben, dass dieser Abgleich lediglich dazu dient, dem Nutzer Push-Nach­richten, wie z. B: eine Wahlerinnerung, schi­cken zu können.

PUSHNACHRICHTEN AUSSCHALTEN

Diese Funktion kann aber auch deaktiviert werden: Bei iOS fragt die App bei der Installation nach der Zustimmung des Nutzers. Sollte man hier zugestimmt haben, kann man dies auch nachträglich noch rückgängig machen. Man muss nur die System­einstel­lungen von iOS aufrufen, den Punkt „Mitteilungen“ wählen und dort für die Wahl-O-Mat-App die Option „Mitteilungen erlauben“ ausschalten. Bei Android geht das ausschließlich nach der Installation über den Button „Nach­richt“ inner­halb der App.

FAZIT

Stiftung Warentest hat den Wahl-O-Mat insgesamt als „unkritisch“ bewertet was den Datenschutz anbelangt und kann nach Einschätzung der Experten dort ohne Bedenken als Wahlentscheidungshilfe verwendet werden.

Ähnliche Beiträge

Richtige E-Mail...

Im vergangenen Monat überprüfte das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht...

Datenschutzerklärung für...

Der Anteil von Nutzern, die heutzutage lieber mit dem Smartphone oder Tablet im Internet...

Datenschutz und WhatsApp? Wo...

Der Smartphone-Messenger Anbieter WhatsApp steht immer wieder in der Kritik, es mit dem...