Selten ein Schaden ohne Nutzen… So könnte man die Situation nach Wanna Cry – Projekt 29 berichtete – im Hinblick auf die Versicherungsbranche beschreiben: Während die Verschlüsselung von Daten rund 200.000 betroffenen Organisationen und Personen in 150 Ländern riesigen Ärger bescherte und im Fall von Lösegeldzahlungen auch finanzielle Verluste bedeutete, kann sich die Versicherungsbranche zu den Gewinnern zählen: Seit 2016 stieg die Nachfrage nach Cyberversicherungen stark an und wird durch die neuesten Entwicklungen zusätzlich befeuert.

WELTWEITER UMSATZ STEIGT RAPIDE AN

Die Nachfrage nach den Versicherungen steigt stetig: Immer mehr Hackerangriffe, die im großen Stil erfolgten und mittlerweile eine allseits bekannte Gefahr darstellen, führen dazu, dass immer mehr Unternehmen und Privatpersonen Interesse an Cyberversicherungen haben – und das Angebot wird nach dem Vorbild USA ausgebaut. Während sich in Deutschland bisher die Abschlüsse für derartige Versicherungspolicen noch in Grenzen hielten, wird der diesjährige weltweite Umsatz auf rund drei Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt, wobei der meiste Umsatz in den USA angesiedelt sein wird.

ERHÖHTE NACHFRAGE

Die Allianz-Tochter AGCS, als größter deutscher Industrieversicherer, stellt eine deutliche Zunahme der Nachfrage für diese Produkte fest. Jens Krickhahn – seit 2014 zuständig für den Bereich Cyberversicherung bei ACGS – glaubt, dass auch „die Umsetzung der europäischen Datenschutzrichtlinie einen weiteren Nachfrageschub“ mit sich bringen wird, da Cyber-Attacken dann gegenüber den Aufsichtsbehörden meldepflichtig und alle Betroffenen Personen zu benachrichtigen sind, wenn bei der Attacke personenbezogene Daten erbeutet wurden.
Und auch beim Versicherer Axa ist die Stimmung gut: Im Vergleich zum Versicherungsjahr 2016 stieg die Nachfrage nach neuen Cyberversicherungsprodukten um mehr als 500 Prozent. Verantwortlich dafür macht auch dieser Versicherer die Attacken durch Locky, Golden Eye und Co.

DAS STANDARD-LEISTUNGSPAKET

Die Versicherungen, die bisher auf dem Markt sind decken verschiedene Risiken ab, das Standard-Leistungspaket beinhaltet in der Regel:
• Die Kostenübernahme der Abwehr unberechtigter bzw. Zahlung berechtigter Schadensersatzansprüche Dritter
• Haftpflicht im Zusammenhang mit Hackerangriffen, Datenschutzverletzungen, Denial-of-Service-Angriffen
• Kostenübernahme bei Schäden, die direkt aus Denial-of-Service Attacken entstanden sind

SICHERHEITSCHECK ALS ENTSCHEIDUNGSHILFE

Zur Einschätzung, welche Versicherungsleistungen individuell benötigt werden, bieten immer mehr Versicherungsanbieter im Rahmen der Vertragsunterzeichnung einen Sicherheitscheck an. Dazu arbeiten diese Versicherer mit externen Dienstleistern zusammen, welche die firmeninterne IT-Sicherheitsvorkehrungen genau unter die Lupe nehmen. So wird der Ist-Zustand erfasst und im Anschluss daran geeignete Abwehrstrategien für den Fall eines Cyberangriffs entwickelt. Daraus ergeben sich zwei wichtige Vorteile für das Unternehmen, das den Abschluss einer Cyberversicherung plant: Erstens bemisst sich die Höhe der Versicherung natürlich am Risiko für den Eintritt eines Versicherungsfalles – also der Wahrscheinlichkeit Opfer einer Cyberattacke zu werden. Und zum anderen ist die Durchführung eines Sicherheitschecks durch einen unabhängigen Experten eine gute Möglichkeit, sich über die Schwächen des eigenen IT-Sicherheitskonzeptes bewusst zu werden und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Unser Kooperationspartner, die Dirrigl & Partner GmbH in Regensburg, ist Spezialist in diesem Versicherungssegment und hilft Ihnen gerne weiter, wenn Sie sich näher mit diesem Thema für Ihr Unternehmen befassen möchten.

Ähnliche Beiträge

Richtige E-Mail...

Im vergangenen Monat überprüfte das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht...

Datenschutzerklärung für...

Der Anteil von Nutzern, die heutzutage lieber mit dem Smartphone oder Tablet im Internet...

Datenschutz...

Die bayerische Datenschutz-Aufsichtsbehörde hatte im September stichprobenartig...