Facebook hat ein neues Patent angemeldet – es soll Banken zukünftig erlauben die Kreditwürdigkeit von Facebook-Mitgliedern anhand der Freundesliste zu beurteilen. Was wie ein schlechter Datenschutz-Witz klingt könnte aber Realität werden.

SORRY – FREUNDSCHAFTSANFRAGE ABGELEHNT

In der Beschreibung des Patentes heißt es, dass dann, wenn ein Individuum einen Kredit beantragt, der Kreditgeber die Kreditwürdigkeit der Mitglieder des sozialen Netzwerks, die mit dem Individuum verbunden sind prüft. Nur wenn auch diese mit dem Kreditantragssteller verbundenen Facebook-Mitglieder eine gewisse Mindestkreditwürdigkeit aufweisen, wird dann die Bank mit der Prüfung des Kreditantrags fortfahren. Wenn Ihnen dann also ein alter Schulfreund eine Freundschaftseinladung schickt, müssten Sie ihn sicherheitshalber erst einmal über seine Zahlungsfähigkeiten befragen und ihm schlimmstenfalls mitteilen, dass Sie ihn leider als Freund ablehnen müssen.

COMPUTER STATT SACHBEARBEITER

Befürworter solcher automatisierten, computerbasierten Kreditentscheidungen sind der Meinung es werde genauer und schneller entschieden. Dann entscheidet ein Computer über den Antrag statt einem Sachbearbeiter. Dabei wird auch jetzt schon bei Kreditentscheidungen durchaus auch geprüft wie gut Kredite in Wohngegenden zurück bezahlt werden. Wenn die Nachbarschaft also eine schlechte Zahlungsmoral hat, fließt dies heute schon in Ihre Bonitätsnote ein.

DEUTSCHLAND ALS MARKT EHER UNINTERESSANT

Das Patent, das nun bewilligt wurde, stammt tatsächlich aus dem Jahr 2010 und der Feder des Netzwerks Friendster das Facebook übernommen hatte. Eingereicht wurde es auch schon bereits 2012. Ob es auch wirklich genutzt werden wird ist daher gar nicht klar. Wie so oft kann das Patent auch angemeldet worden sein, um Mitbewerbern zuvorzukommen. Deutschland ist, laut Einschätzung des Unternehmens Kreditech, aber wohl kein interessanter Markt für diese Technologie. Kreditech bewertet zwar selber, nach eigenen Angaben, schon seit längerem auch aufgrund der Facebook Freundesliste, jedoch spielen Social-Media-Daten beim Scoring nur eine sehr untergeordnete Rolle. Die wichtigsten Entscheidungsgrundlagen sind auch weiterhin die Anzahl bestehender Konten, laufender Handyverträge und unbezahlter Rechnungen.

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