Wie wichtig für Unternehmen ein Notfallplan ist, um im Katastrophenfall das Geschäft aufrecht zu erhalten ist hinreichend bekannt. Aber nicht nur Unternehmen, sondern auch Schulen sollten sich hierzu Gedanken machen. Das Kultusministerium Sachsen-Anhalt geht jetzt mit gutem Beispiel voran und führt bis Ende des Jahres in allen Schulen einen „Krisenordner“ ein.

KRISENORDNER

Wie der Kultusstaatssekretär Dr. Jan Hofmann bei der Präsentation in Magdeburg mitteilte: „Der Ordner ist eine wichtiges Hilfsmittel für die Schulen im Land, um schnell und angemessen auf Krisensituationen und Notfälle reagieren zu können“. Auch wenn ein solcher Fall nur sehr selten eintritt. „Dennoch muss der Umgang damit und die Prävention notwendiger Bestandteil der Arbeit in den Schulen sein, gerade weil derartige Ereignisse nicht alltäglich sind“.

INHALTE

Der Krisenordner gliedert sich in fünf Kapitel und enthält auf insgesamt 287 Seiten Notfallpläne für Großschadensereignisse, Informationen zu verschiedenen Notfällen und Bedrohungssituationen, detaillierte Pläne für den Umgang mit den konkreten Fällen, Informationen zur Vorbeugung von Krisen, zahlreiches Zusatzmaterial, Kontaktdaten und vieles mehr. Dabei ist er so konzipiert, dass im Ernstfall einzelne Bereiche sehr schnell entnommen und z. B. vervielfältigt werden können. Erstellt wurde der Ordner vom Referat Schulpsychologie im Landesschulamt in Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Sachsen-Anhalt und des Kultusministeriums. Dabei gab es auch einen fachlichen Austausch mit der Notfallseelsorge und der Polizei.

GERÜSTET FÜR DEN NOTFALL

Laut Hofmann sind die Schulen so gut vorbereitet, um den Umgang mit besonderen Schadensfällen und Bedrohungssituationen meistern zu können. Auch der Direktor des Landesschulamtes, Torsten Klieme, zeigte sich begeistert. Damit würde die Handlungsfähigkeit und Handlungssicherheit bei schulischen Krisen und Großschadensereignissen deutlich gestärkt. Darüber hinaus ziele der Ordner auch auf eine möglichst breite präventive Arbeit an den Schulen, unter anderem durch ein gut arbeitendes schulinternes Krisenteam. Die Schulen Sachsen-Anhalts haben dann einen Leitfaden für das Verhalten bei Naturkatstrophen, Unfällen, bei Ausbruch eines Feuers, Drohungen gegen die Schule, Fälle von Gewalt, Mobbing, medizinische Notfälle und selbst zum Umgang mit dem Tod.