Sie sitzen in Ihrem Lieblingscafé und nutzen den kostenlosen Hotspot für Überweisungen. Ein anderer Besucher stiehlt derweil Ihre sensiblen Daten. Sie reisen nach China und haben keinen Zugriff mehr auf Ihren Googlemail-Account.  Was haben diese Beispiele gemeinsam? Ein VPN könnte alle drei Probleme lösen. Noch mehr Informationen rund um das Thema VPN lesen Sie im heutigen Gastartikel von Alexander Baetz oder direkt bei PrivacyTutor.

Was ist ein VPN und wie funktioniert es?

VPN steht für virtuelles privates Netzwerk. Das klingt komplizierter als es ist. Virtuell bedeutet, dass Sie nicht direkt mit dem Netzwerk verbunden sind, wie es zum Beispiel bei Ihrem Heimnetzwerk der Fall ist.
Mit einem VPN können Sie sich in ein Netzwerk einklinken, ohne physisch mit diesem verbunden zu sein. Sie erhalten dann die IP-Adresse des Netzwerks. Wenn Sie im Internet surfen, kann dann nur die IP-Adresse des VPN-Server zurückverfolgt werden, aber nicht Ihre echte.
Eine weitere wichtige Charakteristik eines VPNs ist, dass die Verbindung zwischen Ihnen und dem VPN-Server verschlüsselt ist. Es ist also nicht nur ein virtuelles Netzwerk, sondern ein virtuelles privates Netzwerk.

Die Verschlüsselung wird auch als Tunnel bezeichnet, denn Ihre Daten werden verschlüsselt und abhörsicher durch das Internet geschickt. Am Eingang des Tunnels werden sie verschlüsselt und am Ausgang wieder entschlüsselt.

VPN-Client
Ein VPN-Client ist das Programm, das eine verschlüsselte Verbindung zum VPN-Server aufbaut. Sie können dieses auf Ihrem Computer, mobilen Endgerät oder Router installieren.

VPN-Protokoll
Ein VPN-Client schickt Ihre Daten durch einen verschlüsselten Tunnel. VPN-Protokolle sind dabei quasi das Material, aus dem die Wand des Tunnels besteht. Ein Protokoll ist genauer gesagt die Methode, mit der Ihre Daten verschlüsselt werden.

VPN-Server
Nutzen Sie ein VPN, werden Ihre Daten mit einem VPN-Protokoll verschlüsselt und von dem VPN-Client durch das Internet geschickt. Der VPN-Server ist dafür verantwortlich, sie wieder zu entschlüsseln. Er ist sozusagen die erste Anlaufstelle des geschlossenen Netzwerks, mit der Sie sich verbinden möchten.

Viele VPN-Dienste bieten Ihren Nutzern eine große Auswahl verschiedener Server auf der ganzen Welt. Verbinden Sie sich mit einem solchen Server, wird Ihr gesamter Internetverkehr über diesen umgeleitet. Deshalb übernehmen Sie auch seine IP-Adresse.

VPN-Anbieter
Ein VPN-Anbieter stellt Ihnen sein privates Netzwerk zur Verfügung. Dafür installieren Sie in den meisten Fällen ein Programm auf Ihrem Computer, Smartphone oder Router.

Was ist der Unterschied zwischen einem VPN, einem Proxy und dem Tor-Netzwerk?

Neben einem VPN gibt es weitere Möglichkeiten, die eigene IP-Adresse und Identität im Internet zu verschleiern. Dazu zählt auch ein Proxy-Server: Er dient als Mittelsmann für die Internetverbindung und gibt Ihnen außerdem seine IP-Adresse. Der blickdichte Tunnel eines VPNs ist bei einem Proxy-Server allerdings aus Glas, denn Ihre Daten können potentiell von außen eingesehen werden.

Das Tor-Netzwerk gleicht in seiner Struktur einer Zwiebel, denn es besteht aus mehreren Schichten, die Knoten genannt werden. Ihre Daten werden von Knoten zu Knoten verschlüsselt weitergeleitet. Das Problem ist, dass die Daten das Netzwerk am Ausgangsknoten unverschlüsselt verlassen. Es besteht also die Gefahr, dass sie gestohlen werden.

Typische Einsatzzwecke für ein VPN

Der Begriff VPN ist vielen Menschen ein Begriff. Was man genau mit einem solchen Programm machen kann, ist den Meisten aber nicht bekannt.


Mit einem VPN können Sie von Zuhause aus oder auf Reisen auf ein privates oder berufliches Netzwerk zugreifen. Studenten nutzen es beispielsweise, um auf die Datenbanken der Universität zuzugreifen, wenn sie nicht dort sind.
Ob im Homeoffice, auf Geschäftsreisen oder bei einem dringenden Notfall – mit einem VPN können Sie sich von überall aus mit Ihrem beruflichen Netzwerk verbinden und eingreifen.

Internet-Aktivität verschleiern & die eigene Privatsphäre schützen

VPNs werden oftmals genutzt, um die eigene Identität im Internet zu verschleiern. Da die Kommunikation bis zum VPN-Server verschlüsselt ist und Sie dessen IP-Adresse übernehmen, bietet sich das natürlich an. Völlige Anonymität kann aber auch ein VPN nicht gewähren.
Ein weiterer Vorteil eines VPNs ist, dass Internetprovider nicht sehen, welche Seiten Sie aufrufen. In den USA ist es beispielsweise erlaubt, dass Provider die persönlichen Daten Ihrer Nutzer für Werbung verkaufen.
Gerüchten zufolge drosseln einige Internetanbieter die Verbindung, je nachdem welche Seite Sie aufrufen. Angeblich sind vor allem Streaming- und Video-Dienste wie Amazon Prime oder YouTube betroffen.

 

Alexander Baetz ist ein 23 Jahre junger, leidenschaftlicher Weltenbummler und arbeitet in einem Start-up. Seitdem er 2018 seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen hat, beschäftigt er sich mit der Privatsphäre im Internet. Was er dabei gelernt hat, zeigen er und seine Freundin Lena auf PrivacyTutor.